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Warum kostet das Ad-hoc-Laden an Autobahnen so viel mehr?
Wer mit dem Elektroauto unterwegs ist, möchte unkompliziert und schnell laden
Idealweise an der nächsten Autobahnraststätte oder dem Autohof. Doch gerade wer spontan, also ohne Vertrag mit einem Stromanbieter lädt, zahlt bis zu 62 Prozent mehr pro Kilowattstunde. Das zeigt ein aktueller Preisvergleich des ADAC entlang deutscher Autobahnen. Diese Unterschiede sind nicht nur ärgerlich, sondern werfen auch Fragen zur Transparenz und Fairness im E-Ladeinfrastrukturmarkt auf.

Ad-hoc-Laden: Teuer und wenig komfortabel
Die AFIR-Verordnung (Regulation der Infrastruktur alternativer Kraftstoffe) soll das Laden an Schnellladesäulen vereinfachen. Ein wichtiges Ziel ist es, dass Elektrofahrzeugenutzer problemlos mit Debit- oder Kreditkarte bezahlen können – ähnlich wie beim Tanken von Benzin oder Diesel.
Doch in der Praxis ist das Laden ohne Ladekarte oder Vertrag oft mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Die ADAC-Tests zeigen, dass die Preise für Ad-hoc-Laden an denselben Säulen beträchtlich höher liegen als bei Vertragskunden. Am Beispiel von EWE Go zahlen Ad-hoc-Kunden 84 Cent pro kWh, während Vertragstarife nur 52 Cent verlangen. Auch bei anderen Anbietern wie EnBW, MER oder E.ON liegt die Preisdifferenz deutlich im zweistelligen Prozentbereich.
- Preis im Mai 2025 vor Ort geprĂĽft
- Angebotsrecherche im Juli 2025 (Vertragstarife ohne GrundgebĂĽhr)
- Warum so teuer?
Die stark unterschiedlichen Preise haben einen praktischen Hintergrund: Betreiber locken Kund:innen häufig zu Vertragstarifen mit günstigeren Preisen, um langfristige Kundenbeziehungen zu gewinnen und stabile Umsätze zu erzielen. Das Ad-hoc-Laden ist damit eine Art „Notlösung“ für spontane Ladebedarfe und wird entsprechend belastet.
Zudem sind viele Schnellladesäulen entlang der Autobahnen technisch noch nicht optimal ausgestattet: Es fehlen Kartenlesegeräte oder kontaktlose Bezahloptionen. Stattdessen müssen Nutzer:innen Apps installieren oder QR-Codes scannen, was nicht nur umständlich ist, sondern auch zu technischen Verzögerungen führt.

Besonderheit: VorautorisierungsgebĂĽhr und intransparente Kosten
Ein weiterer Kritikpunkt ist die sogenannte Vorautorisierungsgebühr. Einige Anbieter blockieren vor dem Ladevorgang bis zu 150 Euro auf der Kredit- oder Debitkarte, um die Zahlungsfähigkeit zu prüfen. Die Rückerstattung des nicht verbrauchten Betrags kann jedoch mehrere Tage dauern – das führt zu Unsicherheit und Ärger bei Verbraucher:innen.
Auch die fehlende Preistransparenz an den Ladesäulen erschwert die bewusste Nutzung: Noch immer werden Preise nicht bei jedem Anbieter vorab klar und einheitlich dargestellt. Laut ADAC-Umfrage wünschen sich 96 % der Nutzer:innen eine klare Preisangabe an jeder Säule – vergleichbar mit herkömmlichen Tankstellen.
- Vorautorisierungsgebühr blockiert hohe Beträge
- Rückerstattung verzögert die Freigabe
- Fehlende Preistransparenz sorgt fĂĽr Unsicherheit
Welcher Tarif passt zu wem?
Für alle, die zwar oft unterwegs laden, aber nicht ständig an denselben Stationen, ist ein Ladetarif ohne Grundgebühr oft attraktiv. Wer aber regelmäßig an Schnellladesäulen lädt, profitiert in der Regel finanziell deutlich von einem Vertrag eines Stromanbieters oder Netzbetreibers.
Gelegenheitslader: Ad-hoc-Zugang oder Vertrag ohne monatliche Fixkosten kann sinnvoll sein.
Vielfahrer: Vertragsbasierte Tarife mit vergĂĽnstigten kWh-Preisen sind langfristig gĂĽnstiger.
Unbedingt Ladekomfort sichern: Ladekarten oder Apps mit breiter Netzabdeckung minimieren Preisdifferenzen und erleichtern die Bedienung.
Was kann sich ändern – Forderung nach mehr Markttransparenz
Die ADAC-Experten schlagen die Einführung einer Markttransparenzstelle für Ad-hoc-Ladepreise vor, die ähnlich wie beim fossilen Kraftstoffmarkt die Ladepreise systematisch erfasst und veröffentlicht. Dies soll Wettbewerb stärken, Preiskriminalität eindämmen und für faire Bedingungen sorgen.
Darüber hinaus müssen Anbieter verpflichtet werden, Preise in Echtzeit und einheitlich an der Säule sowie digital (z. B. in Apps und auf Webseiten) zu kommunizieren. Erst dann kann das Laden wirklich so einfach und transparent werden wie das Tanken.
- Markttransparenzstelle fĂĽr Ad-hoc-Laden gefordert
- Echtzeitkommunikation der Preise notwendig
- Vergleichbarkeit wie an Tankstellen als Ziel
Fazit: Clevere Ladeplanung spart Geld und Nerven
Auch wenn die Elektromobilität auf dem Vormarsch ist, zeigt sich, dass die Ladeinfrastruktur in Deutschland noch in der Entwicklung steckt. Für Unternehmen mit Elektro-Firmenflotten oder mittelständische Betriebe, die E-Mobilität nutzen, ist es essenziell, Ladeprozesse und Kosten bewusst zu planen, um unnötige Mehrkosten zu vermeiden.
Unser Tipp: Prüfen Sie die Ladepreise vorab und nutzen Sie bevorzugt vertragsbasierte Tarife mit fairen Konditionen. Alternativ empfiehlt sich der Abschluss von Ladekarten und Apps mit breiter Anbieterabdeckung, die Komfort und bessere Preise bieten. Wer den Überblick behalten möchte, kann auf digitale Angebote von Experten wie Lewero zurückgreifen, die Energieeffizienz und Kostenoptimierung schlüsselfertig gemeinsam angehen.
So bleiben Ihre Elektromobilität und Ladeinfrastruktur wirklich wirtschaftlich – und der große Wurf in Richtung nachhaltige Verkehrswende gelingt besser.
Quelle: ADAC – Ad-hoc-Preise an der Autobahn: Wer ohne Ladekarte lädt, zahlt drauf
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