be@lewero

Roman Siegenbruk

Geschäftsführer, Lewero GmbH

Inhaltsübersicht

    Heizungsmarkt in der Krise: Wachstum bei Wärmepumpen bleibt hinter den Erwartungen zurück

    Die Modernisierung von Heizsystemen in Deutschland

    Die Modernisierung von Heizsystemen in Deutschland kommt nur schleppend voran – trotz eines erfreulichen Wachstums im Bereich der Wärmepumpen bleibt der gesamte Heizungsmarkt derzeit in der Krise. Im ersten Halbjahr 2024 verzeichnete die Branche einen dramatischen Rückgang beim Absatz von konventionellen Heizungen. Während Wärmepumpen um 55 Prozent zulegen konnten, gingen Verkäufe von Gas- und Ölheizungen drastisch zurück.

    Marktsituation im Überblick

    • Gesamtabsatz: Im ersten Halbjahr 2024 sank der Absatz von Heizungen insgesamt um 22 % auf 296.500 Einheiten.
    • Gasheizungen: Rückgang um 41 % auf 132.500 Stück.
    • Ölheizungen: Rückgang um 81 % auf nur noch 10.500 Einheiten.

    Wärmepumpen: Anstieg um 55 % auf 139.500 Stück, aber immer noch deutlich unter dem politisch gesetzten Ziel.
    Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) bewertet diese Entwicklung als alarmierend. Trotz des Zubaus bei Wärmepumpen werde das ambitionierte Ziel von 500.000 bis 600.000 Wärmepumpen-Verkäufen pro Jahr weit verfehlt.

    Wärmepumpen im Fokus des Heizungsmarktes

    Verunsicherung aufseiten der Verbraucher

    Die Zurückhaltung der Verbraucher hat mehrere Ursachen. Die Rahmenbedingungen für den Einbau neuer Heizungen sind komplexer geworden. So herrscht Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Auswirkungen des Emissionshandels ab 2027 auf die Kosten für fossile Brennstoffe. Auch die kommunale Wärmeplanung sorgt vielerorts für Verzögerungen – viele Hausbesitzer warten erst ab, was in ihrer Kommune konkret umgesetzt wird.

    • Marktbeobachter wie BDH-Geschäftsführer Markus Staudt betonen: „Die Bedingungen für den Heizungstausch haben sich stark verändert. Verbraucherinnen und Verbraucher sind verunsichert.“
    • Diese Ungewissheit führt dazu, dass viele Modernisierungen aufgeschoben werden.
    • Der Wärmepumpen-Marktausbau war bisher nur halb so hoch wie angestrebt.

    Eine verlässliche und dauerhaft bewährte Förderung wäre laut Staudt essenziell, um die Akzeptanz und Umsetzung zu forcieren. Dringend benötigt werde vor allem klare Richtlinien für das Gebäudeenergiegesetz (GEG), da die Unsicherheit bei der Gesetzgebung auch die Investitionsbereitschaft hemmt.

    Politik und Förderung bei der Heizungsmodernisierung

    Was bringt die Reform des Gebäudeenergiegesetzes?

    Das seit Anfang 2024 geltende Gebäudeenergiegesetz soll den CO₂-Ausstoß von Heizungen im Gebäudesektor senken, indem es den Austausch von Öl- und Gasheizungen vorantreibt. Dabei sind besonders hohe Investitionskosten mit staatlichen Förderungen von bis zu 70 % abgedeckt – was bis zu 21.000 Euro Zuschuss für den Heizungstausch bedeuten kann.

    • Doch die Detailregelungen, insbesondere die Anforderungen an klimafreundliche Heizsysteme, sind aus der Sicht vieler Marktakteure noch nicht klar genug oder zu restriktiv.
    • Die politische Linie der neuen Bundesregierung sieht zwar die Abschaffung des bisherigen Heizungsgesetzes vor, plant aber weiterhin milliardenschwere Förderprogramme.
    • Diese Unklarheiten erschweren eine dynamische Marktentwicklung.

    Die aktuelle Marktschwäche trifft die Hersteller und Anbieter von Heiztechnik hart — trotz hoher Investitionen in Wärmepumpen-Kapazitäten und zunehmender Anbieterzahlen. Die Befürchtung: Im Gesamtjahr 2024 könnten weniger als 600.000 Heizungen verkauft werden, was der niedrigste Wert seit 15 Jahren wäre.
    Diese Entwicklung widerspricht auch dem dringenden Bedarf an Klimaschutz im Gebäudesektor. Denn nicht nur private Haushalte sind betroffen, auch gewerbliche Immobilienbesitzer und gewerbliche Nutzer suchen nach verlässlichen und wirtschaftlichen Angeboten für die Umrüstung auf nachhaltige Technologien.

    Was bedeutet das für Unternehmen und Gebäudetechnik? – Fazit

    Gerade Unternehmen sollten die aktuelle Marktlage als Signal verstehen, zeitnah auf moderne Heiztechnologien umzusteigen, bevor weitere regulatorische oder versorgungstechnische Unsicherheiten auftreten. Die teilweise hohe Förderung beim Austausch bietet noch immer attraktive Einstiegschancen, um langfristig Energiekosten und CO₂-Emissionen signifikant zu senken.

    • Wärmepumpen zählen zu den zentralen Bausteinen einer klimaresilienten Gebäudetechnik.
    • Der Erfolg ist eng an klare politische Rahmenbedingungen und stabile Förderungen gekoppelt.
    • Nur so lässt sich die dringend notwendige Modernisierungswelle anstoßen.

    Die aktuellen Zahlen zeigen einen Heizungsmarkt in einer schwierigen Übergangsphase: Der Rückgang bei fossilen Heiztechnikvarianten ist deutlich, aber der Erfolg beim Ausbau klimafreundlicher Systeme bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Verunsicherung bei den Verbrauchern und die offenen Fragen zum Gebäudeenergiegesetz sowie zur kommunalen Wärmeplanung bremsen die Marktdynamik.
    Um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, braucht es verlässliche und transparent kommunizierte Rahmenbedingungen, eine langfristig gesicherte Förderung sowie eine klare Struktur im Heizungsgesetz. Nur so kann eine tragfähige Basis geschaffen werden, die Verbraucher und Unternehmen bei der Investition in nachhaltige Heizsysteme unterstützt.
    Für Unternehmen bedeutet dies: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich kompetent beraten zu lassen und die Chancen für eine energetische Modernisierung aktiv zu nutzen. Neben der Investitionsförderung bieten Expertise und transparente Dienstleister eine wertvolle Unterstützung, um in einem komplexen Umfeld die besten Entscheidungen zu treffen.
    Lewero unterstützt Sie dabei, durch maßgeschneiderte Energie- und Gebäudetechniklösungen den optimalen Weg zur Energieeffizienz zu finden – denn nachhaltiges Wirtschaften beginnt mit der richtigen Heizung.

    Quelle: https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_100838098/heizungsmarkt-trotz-wachstum-bei-waermepumpen-in-der-krise.html (FOCUS online)
    #Heizungsmarkt #Wärmepumpen #Gebäudeenergiegesetz #Energieeffizienz #Klimaschutz #Fördermittel #Modernisierung #NachhaltigeGebäudetechnik #Energiewende #CO2Reduktion