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Roman Siegenbruk

Geschäftsführer, Lewero GmbH

Inhaltsübersicht

    Aus den Alpen für eine klimafreundliche Energiezukunft


    Wenn man an die Energiewende in Deutschland denkt, fallen einem schnell Windräder an der Küste oder großflächige Solaranlagen in der Sonne ein. Doch eine beeindruckende und nachhaltige Energiequelle verbirgt sich fernab der deutschen Industriezentren – mitten in den Bergen Österreichs. Das berühmte Wasserkraftwerk Vermunt im Montafon, gelegen im österreichischen Bundesland Vorarlberg, leistet seit fast einem Jahrhundert einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung und damit zur Energiewende auch in Deutschland.
    Vor 95 Jahren wurde das Vermuntwerk als Pionierprojekt errichtet und war damals das größte und leistungsstärkste Kraftwerk Österreichs. Heute befindet es sich in einer umfassenden Generalüberholung, um auch weiterhin als verlässliche Quelle für sauberen, erneuerbaren Strom zu dienen. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 95 Millionen Euro soll die Modernisierung im Spätherbst 2026 abgeschlossen sein und damit nicht nur die Leistung, sondern auch die Effizienz und Nachhaltigkeit deutlich gesteigert werden.

    Wasserkraftwerk Vermunt im Montafon

    Wasserkraft – eine bewährte Säule der Energiewende

    Wasserkraftwerke wie das Vermuntwerk sind ein essenzieller Baustein zur Umsetzung der Energiewende. Sie erzeugen Spitzenlast-Energie, die besonders dann ins Netz eingespeist wird, wenn hoher Bedarf herrscht oder andere erneuerbare Quellen gerade nicht liefern können. Das Montafon bietet mit seinen gebirgigen Wasservorkommen und einer Vielzahl an Stauseen und Speichern ideale Bedingungen, um Energie flexibel und effizient zu produzieren.
    Im Zuge der Sanierung wird das Vermuntwerk mit hochmodernen sechs-düsigen Pelton-Turbinen ausgestattet, die weltweit nur vergleichsweise selten im Einsatz sind. Diese Technologie ermöglicht eine Steigerung der Jahresstromproduktion von bisher 270 auf rund 286 Gigawattstunden. Gleichzeitig senkt die Modernisierung den Wartungsaufwand und nutzt entstehende Maschinenabwärme für die Gebäudeheizung – ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiger Gebäudetechnik.

    • Spitzenlast-Energie für das Stromnetz bereitstellen
    • Flexibler Einsatz durch moderne Turbinen-Technologie
    • Nachhaltige Gebäudetechnik zur Effizienzsteigerung

    Pelton-Turbine und moderne Kraftwerkstechnik
    Ein besonders spannendes Feature der Vorarlberger Kraftwerke ist der Einsatz von Pumpspeicherwerken. Diese Anlagen können Wasser nach seinem Durchlauf durch die Turbinen mit Hilfe von überschüssigem Strom – beispielweise aus deutscher Wind- und Solarenergie – wieder zurück in höhere Speicher pumpen. Dadurch entsteht ein geschlossener Wasserkreislauf, der elektrische Energie besonders effizient speichert.

    Pumpspeicherwerke – flexibel und ressourcenschonend

    Rückpumpen nutzt Überkapazitäten: Bei starkem Wind oder intensiver Sonneneinstrahlung entsteht oft eine Überproduktion, die nicht sofort verbraucht wird. Pumpspeicher wandeln diesen Überschuss in potenzielle Energie um.
    Hoher Wirkungsgrad: Mit rund 80 Prozent Effizienz gehört diese Speicherform zu den leistungsfähigsten Methoden der Energiespeicherung und trägt entscheidend zur Netzstabilität bei.
    Regionale Bedeutung: Gerade der deutsche Südwesten, wo Baden-Württemberg an Vorarlberg grenzt, profitiert von dieser Speichertechnik, denn eigene Pumpspeicherkapazitäten sind hier kaum vorhanden.

    • Rückpumpen mit Überschussenergie
    • Wirkungsgrad von ca. 80 Prozent
    • Wichtige Rolle für den Südwesten Deutschlands

    So entstehen Potenziale grenzüberschreitender Zusammenarbeit, die den Ausbau erneuerbarer Energien in beiden Ländern fördern können.

    Modernisierung für eine klimafitte Energieversorgung

    Die anstehende Sanierung des Vermuntwerks ist mehr als nur ein technisches Update. Sie steht symbolisch für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und eine zukunftsorientierte Strategie zur Energieerzeugung. Die Maßnahmen umfassen unter anderem:

    • Die Erneuerung der Maschinensätze durch hocheffiziente Pelton-Turbinen.
    • Modernisierung der Kraftwerkstechnik einschließlich der Freiluftschaltanlage.
    • Energetische Sanierung des historischen Krafthauses, mit Verbesserungen bei der Gebäudedämmung und Heizung.
    • Nachhaltiges Sedimentmanagement am Speichersee Vermuntsee, um Umwelteinflüsse zu minimieren.

    Die Illwerke/vkw, Betreiber des Kraftwerks, betonen dabei die Kombination aus Fortschritt und regionaler Verantwortung. So bleibt das Kraftwerk nicht nur ein bedeutendes technisches Denkmal, sondern ein zentraler Baustein für eine stabile und nachhaltige Stromversorgung.

    Das Wasserkraftwerk Vermunt und die weiteren Anlagen im Montafon sind tief vernetzt mit dem europäischen Stromnetz. Ein Großteil des erzeugten Stroms wird an die Energie Baden-Württemberg (EnBW) verkauft, wodurch deutsche Verbraucher von der effizienten Alpenenergie profitieren. Gleichzeitig unterstützt diese Vernetzung die deutsche Energiewende, indem sie erneuerbare Energien ergänzend speichert und bei Bedarf verfügbar macht.

    Dies verdeutlicht: Nachhaltige Energie kennt keine Grenzen. Die Verbindung zwischen Österreichs Gebirgsregionen und dem industriellen Ruhrgebiet zeigt eindrucksvoll, wie grenzüberschreitende Kooperationen Energiewendeprojekte voranbringen können.

    Fazit: Nachhaltigkeit gelingt durch Innovation und Zusammenarbeit
    Der Blick auf das Montafon und das Vermuntwerk macht deutlich, dass nachhaltige Energieversorgung eine Mischung aus bewährter Technik, kluger Modernisierung und internationaler Vernetzung ist. Das Beispiel zeigt, wie bestehende Infrastruktur durch Innovationen fit für die Zukunft gemacht und gleichzeitig aktiv zur CO₂-Reduktion beigetragen werden kann.

    Für Unternehmen und Kommunen, die im Zuge ihrer eigenen Energieeffizienzprozesse nachhaltige Konzepte und technische Lösungen suchen, bietet dieses Beispiel wichtige Impulse: Modernisierung und Digitalisierung bestehender Anlagen schaffen beträchtliche Mehrwerte hinsichtlich Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Umwelt.

    Lewero unterstützt Sie dabei, Ihre Energieversorgung nicht nur kostenoptimal, sondern auch nachhaltig zu gestalten – mit transparentem Service, maßgeschneiderten Lösungen und umfassender Beratung.

    Nutzen Sie die Chance, von den Erkenntnissen und Technologien aus dem Wasserkraft-Bereich zu profitieren und gemeinsam einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

    Quelle: https://www.schwaebische.de/regional/baden-wuerttemberg/ausgerechnet-aus-osterreichs-bergen-mehr-strom-fuer-die-deutsche-energiewende-3910479 (Schwäbische Zeitung)
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