Inhaltsübersicht
Ratgeber Kategorien
Natürliche und künstliche Beleuchtung: Grundlage für gesundes und effizientes Lernen
Die richtige Beleuchtung im Lernraum
Die richtige Beleuchtung spielt eine zentrale Rolle in Lern- und Unterrichtsräumen. Sie verbessert nicht nur die visuelle Wahrnehmung, sondern fördert auch die Konzentrationsfähigkeit und damit den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern. Ein optimal ausgeleuchteter Raum ermöglicht es, Unterrichtsmaterialien und Arbeitsaufträge über längere Zeit ohne Ermüdung gut zu lesen und zu bearbeiten. Zudem unterstützt eine ausgewogene Lichtsituation die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden, was das gesamte Lernklima positiv beeinflusst.
Moderne Beleuchtungskonzepte setzen deswegen auf eine Kombination aus natürlichem Tageslicht und künstlicher Beleuchtung. Beide Komponenten haben spezifische Qualitäten und Vorteile, die es sinnvoll miteinander zu verbinden gilt.

Tageslicht als entscheidender Wohlfühlfaktor
Natürliche Beleuchtung bietet durch Tageslicht Eigenschaften, die künstliches Licht kaum nachbilden kann. Die Dynamik, Farbvielfalt und Lichtmenge von Tageslicht sind maßgeblich für das Wohlbefinden von Menschen und wirken sich positiv auf Gesundheit und Stimmung aus – ein bewährter Vorteil für Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen.
Tageslicht gelangt über Fenster, Dachoberlichter oder lichtdurchlässige Bauteile in den Raum. Dabei ist auch die Sichtverbindung nach außen von großer Bedeutung, da sie die Orientierung und das Wohlbefinden steigert.
Für eine ausreichende Beleuchtung sollte das Verhältnis zwischen Fensterfläche und Raumgrundfläche mindestens 1:10, besser 1:8 (bei Rohbaumaßen) betragen. Allerdings nimmt die Lichtintensität mit dem Abstand zum Fenster stark ab. Hier können lichtlenkende Elemente helfen, auch weiter entfernte Raumbereiche gut mit Tageslicht zu versorgen.
- Blendung vermeiden: Ein sorgfältiger Sonnenschutz durch Jalousien, Lamellenstores, Rollos oder Sonnenschutzgläser ist notwendig, um unangenehme Blendung und Überhitzung zu verhindern. Außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen sind dabei wirkungsvoller als innenliegende Systeme.
- Wartung ist wichtig: Sonnenschutzanlagen sollten regelmäßig gereinigt und gewartet werden, um dauerhaft effektiv zu bleiben.
- Raum- und Tischanordnung: Die Möbel sollten so aufgestellt sein, dass die Hauptblickrichtung möglichst parallel zur Fensterfront verläuft, um Blendungen zu minimieren und Schattenbildung auf den Arbeitsflächen zu vermeiden.
Da nicht jederzeit ausreichendes Tageslicht verfügbar ist, ist künstliche Beleuchtung unverzichtbar für eine durchgängig gute Beleuchtungssituation. Moderne Planung berücksichtigt, dass die Beleuchtung überall im Raum – unabhängig von der Anordnung der Möbel – gleichmäßig und ausreichend hell ist.
Eine ausgewogene Helligkeit verhindert starke Kontraste in der Beleuchtung, die ansonsten zu Ermüdung der Augen und Konzentrationsverlust führen könnten.

Empfehlungen und Planung für künstliche Beleuchtung
Empfohlene Beleuchtungsstärken
Die mittlere horizontale Beleuchtungsstärke auf Arbeitsflächen in 0,75 m Höhe sollte mindestens 300 Lux betragen.
Die mittlere vertikale Beleuchtungsstärke auf Augenhöhe (ca. 1,20 m) sollte mindestens 100 Lux erreichen.
Für Neubauten oder Renovierungen empfiehlt sich eine Erhöhung auf 500 Lux horizontal und 175 Lux vertikal.
- Leuchten mit indirekter Lichtverteilung eignen sich gut, um eine gleichmäßige Raumhelligkeit zu schaffen und Reflexionen zu minimieren. Allerdings können rein abgehängte Direktleuchten die Raumdecke dunkel lassen. Eine Kombination aus Direkt- und indirektem Licht stellt daher die beste Lösung dar.
- Besonderes Augenmerk gilt der Beleuchtung der Wandtafel. Dort sollten getrennt schaltbare Leuchten mit mindestens 500 Lux vertikaler Beleuchtungsstärke zum Einsatz kommen, um auch von der letzten Sitzreihe aus eine gute Lesbarkeit zu gewährleisten. Für variabel angebrachte Tafeln und Flipcharts sind asymmetrische Leuchten in einem Abstand von 0,85 bis 1,30 m zu empfehlen, die Reflexionen vermeiden.
- Künstliche Beleuchtung sollte manuell zuschaltbar, automatisierbar und bei Bedarf dimmbar sein.
Sensorik, wie Tageslicht- und Präsenzsteuerungen, ermöglicht die bedarfsgerechte Nutzung der Beleuchtung, was Energie spart und den Komfort erhöht.
Präsenzmelder müssen den gesamten Raum erfassen und beim Betreten sofort reagieren, um unnötigem Verbrauch vorzubeugen.
Lichtqualität, Raumgestaltung und Wartung
Für gutes Sehen und ein angenehmes Raumempfinden ist die Farbwiedergabequalität entscheidend. Diese wird über den Farbwiedergabeindex (Ra) gemessen und sollte mindestens 80 betragen, um Farben natürlich und unverfälscht wirken zu lassen.
Bei der Lichtfarbe eignen sich für Klassenräume Lampen mit neutralweißem Licht (ca. 3300 – 5300 Kelvin), da sie eine sachliche und konzentrierte Atmosphäre fördern. Warmweißes Licht erzeugt ein behagliches Gefühl, tageslichtweißes (kühleres) Licht wird erst bei sehr hohen Beleuchtungsstärken über 1000 Lux empfohlen.
- Die Reflexionsgrade der Raumoberflächen beeinflussen die Lichtverteilung maßgeblich: Decken sollten hell gestrichen werden (Reflexionsgrad 0,7-0,9), um Licht effektiv zurückzuwerfen. Wände profitieren von hellen Pastelltönen (Reflexionsgrad 0,5-0,8), angepasst an die Umgebung (Whiteboards, Tafeln), um Blendung und Augenermüdung zu vermeiden. Fußböden dürfen dunkler sein (0,2-0,4), z. B. in Grautönen oder Blau. Möbel können in einem breiteren Spektrum von 0,2 bis 0,7 reflektieren.
- Die Lichtleistung von Leuchten nimmt durch Verschmutzung und Alterung ab. Um dauerhaft die geforderte Beleuchtungsstärke einzuhalten, sind regelmäßige Wartungsarbeiten essenziell. Dabei sollten Lampen und Leuchten gereinigt sowie defekte Leuchtmittel rechtzeitig ausgetauscht werden. Ein durchdachter Wartungsplan, der Intervalle und Methoden der Reinigung sowie des Lampenwechsels abdeckt, ist empfehlenswert. Experten empfehlen eine jährliche Leuchtenreinigung, um optimale Lichtqualität sicherzustellen.
- Studien zeigen, dass Licht nicht nur der Sehleistung dient, sondern auch biologische Prozesse im Körper beeinflusst. So kann Licht mit hohem Blauanteil und hoher Beleuchtungsstärke Ermüdungserscheinungen entgegenwirken und die Konzentration fördern. Moderne Lichtsteuerungssysteme ermöglichen es, verschiedene Lichtszenen zu programmieren, die je nach Unterrichtssituation ausgewählt werden können.
Beispiele:
Aktivierendes tageslichtweißes Licht mit ca. 1000 Lux zur Steigerung der Konzentration.
Beruhigendes warmweißes Licht bei etwa 300 Lux für Gesprächsrunden oder entspannte Phasen.
Neutrale Lichtstimmung mit ca. 500 Lux zur Grundbeleuchtung und sachlicher Atmosphäre.
Bei Lichtszenarien mit variierbarer Farbtemperatur sollte die Farbgestaltung des Raumes berücksichtigt werden, um Farbverfälschungen zu vermeiden. Eine Zusammenarbeit mit Fachplanern für Licht- und Farbgestaltung sorgt für ein harmonisches Gesamtbild und optimale Bedingungen.
Lichtschalter sollten gut erreichbar in etwa 85 cm Höhe angebracht und ausreichend sichtbar sein. Ein Mindestabstand von 50 cm zur Raumecke verbessert die Bedienbarkeit. Gemäß dem Zwei-Sinne-Prinzip sind Lichtschalter mit kontrastreicher Farbe und taktil erfassbarer Oberfläche besonders benutzerfreundlich und barrierefrei gestaltet.
Fazit: Ganzheitliche Lichtplanung für nachhaltige Lernumgebungen
Für Schulräume ist eine gezielte Planung der Beleuchtung essenziell, um Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit zu fördern. Ein ausgewogener Mix aus natürlichem Tageslicht und durchdachter künstlicher Beleuchtung schafft eine angenehme und funktionale Lernatmosphäre.
Wichtig sind dabei nicht nur die richtige Lichtmenge und -qualität, sondern auch die Raumgestaltung sowie Wartung und Steuerung der Beleuchtungsanlagen. So wird Energieeffizienz mit optimaler visueller Unterstützung kombiniert.
Innovative Steuerungssysteme eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, Beleuchtung an unterschiedliche Unterrichtssituationen anzupassen und Energie zu sparen – ein entscheidender Schritt hin zu nachhaltigen und zukunftsfähigen Bildungsbauten.
Bei der Umsetzung solcher Konzepte empfiehlt es sich, Experten hinzuzuziehen, die Lichtplanung, Farbgestaltung und technische Ausstattung aufeinander abstimmen – ganz im Sinne eines hohen Nutzerkomforts und effizienter Energienutzung.
Quelle: https://www.sichere-schule.de/lernraumunterrichtsraum/lernraumunterrichtsraum/naturliche-kunstliche_beleuchtung
#Industriebeleuchtung #LEDBeleuchtung #Lichtplanung #Arbeitsstättenrichtlinie #SmartLighting #Lichttechnik #Beleuchtungskonzept #NachhaltigeBeleuchtung #EnergieeffizienteBeleuchtung #B2BBeleuchtung #Lichtsteuerung #Beleuchtungssteuerung #MeshNetzwerk #WirelessLighting #SmartFactoryLighting #IoTBeleuchtung #IntelligenteBeleuchtung #VernetzteLichtsysteme #SmartCity