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Roman Siegenbruk

Geschäftsführer, Lewero GmbH

Inhaltsübersicht

    Innovative Zink-Luft-Akkus: Eine neue Ära für nachhaltige Energiespeicher

    Die Zukunft der Energiespeicherung: Zink-Luft-Batterien im Fokus

    Die Zukunft der Energiespeicherung steht vor einem vielversprechenden Durchbruch: Forschern der Monash University in Australien ist es gelungen, Zink-Luft-Batterien mit einem neuartigen Katalysator technisch auf ein Rekordniveau zu bringen. Diese Entwicklung könnte das Potenzial haben, die bestehenden Energiespeichersysteme deutlich zu verbessern und nachhaltige Energietechnologien entscheidend voranzutreiben.

    Warum Zink-Luft-Batterien eine attraktive Alternative sind

    Zink-Luft-Batterien gelten seit Jahrzehnten als vielversprechende Alternative zu den marktbeherrschenden Lithium-Ionen-Akkus. Ihre Vorteile liegen in einer hohen Energiedichte und dem Einsatz von kostengünstigem, ungiftigem Zink als Rohstoff. Gegenüber Lithium-Ionen-Systemen bietet die Zink-Luft-Technologie zudem eine umweltfreundlichere und ressourcen-schonendere Option, die zudem gut recyclebar ist.

    Die grundsätzliche Funktionsweise beruht darauf, dass Sauerstoff aus der Umgebungsluft als Oxidationsmittel an der Kathode genutzt wird, während an der Anode Zink oxidiert wird. Ein flüssiger Elektrolyt, häufig Kaliumhydroxid, sorgt für den Ionentransport zwischen den Elektroden. Durch kleine Löcher in der Kathode kann Luft eindringen, die für die Energiegewinnung notwendig ist.

    Grafik zur Funktionsweise oder Komponenten von Zink-Luft-Batterien

    Der Flaschenhals der Sauerstoffchemie und die innovative Lösung

    Das klassische Problem: Langsame Sauerstoffchemie
    Der wichtigste Engpass bei Zink-Luft-Batterien liegt seit jeher in der trägflüssigen Sauerstoffchemie. Sowohl die Sauerstoffreduktion beim Entladen als auch die Sauerstoffentwicklung beim Laden verlaufen langsam, was die Leistung und vor allem die Lebensdauer der Batterien deutlich einschränkt. Herkömmlich eingesetzte Katalysatoren auf Platin- oder Ruthenium-Basis beschleunigen zwar diese Prozesse, sind jedoch sehr teuer und oft nur in einer Richtung sehr effizient.
    Eine der größten Herausforderungen war es daher, einen effizienten, langlebigen und günstigen Katalysator zu entwickeln, der beide Reaktionen zuverlässig unterstützt und damit die Batterieprozesse insgesamt verbessert.

    • Herkömmliche Katalysatoren sind teuer und oft wenig effizient in beiden Prozessen.
    • Die langsame Sauerstoffchemie limitiert Leistung und Lebensdauer erheblich.
    • Bedarf an innovativen, kostengünstigen und stabilen Katalysatoren.

    Einzigartiger Ansatz der Forscher: Atomgenaue Eisen- und Kobalt-Katalysatoren
    Die Forscher des australischen Teams kreierten einen neuartigen Katalysator, bei dem einzelne Eisen- und Kobalt-Atome nebeneinander in zweidimensionalen, stickstoffdotierten Kohlenstoffschichten eingebettet sind. Dieses Material weist eine extrem große Oberfläche auf, die durch ein innovatives Verfahren in einem Salzbad bei über 900 Grad Celsius hergestellt wird.
    Salzbad-Verfahren: Statt dass die Struktur bei hohen Temperaturen kollabiert, stabilisiert das Salz das Gerüst und faltet die Metall-Kohlenstoff-Verbindung zu hauchdünnen Schichten auf.
    Atomgenaue Platzierung: Einzelne Eisen- und Kobalt-Atome werden fest im Kohlenstoffnetz verankert und bilden hochaktive Stellen.
    Stickstoff-Dotierung: Stickstoffatome verbessern die elektrische Leitfähigkeit und verändern die Oberfläche so, dass Sauerstoffmoleküle leichter an- und abgelagert werden können.
    Das Ergebnis ist ein feinporiger “Teppich” mit winzigen Kanälen, durch die Sauerstoff- und Ionen-Transport deutlich schneller und effizienter als bisher möglich erfolgen. Dadurch kann der Katalysator die Sauerstoffreaktionen signifikant beschleunigen und mit teuren Platinbasierten Katalysatoren konkurrieren – teils sogar übertreffen.

    Darstellung eines Eisen-Kobalt-Katalysators für Zink-Luft-Batterien

    Leistung, Lebensdauer und Anwendungspotenziale

    Praktische Erfolge: Rekordwerte bei Leistung und Lebensdauer
    In konkreten Tests erreicht die neue Zink-Luft-Batterie eine beeindruckende Leistungsdichte von fast 230 Milliwatt pro Quadratzentimeter sowie eine Energiedichte von knapp 1.000 Wattstunden pro Kilogramm. Zum Vergleich: Handelsübliche Platin-Katalysatoren bleiben hier deutlich zurück.
    Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnliche Stabilität: Die Batterie bleibt über mehr als 74 Tage und 3.500 Lade- und Entladezyklen nahezu unverändert leistungsfähig – ein herausragender Wert, der die Technologie für praktische Anwendungen interessant macht.
    Die Studie, erschienen im Chemical Engineering Journal, zeigt, dass diese Lösung nicht nur im Labor funktioniert, sondern auch eine hohe Alltagstauglichkeit besitzt. Der Ansatz lässt sich zudem potenziell auf andere Bereiche übertragen, wie z.B. Brennstoffzellen oder die CO₂-Umwandlung.

    • Rekordwerte bei Leistungs- und Energiedichte im Vergleich zu bisherigen Systemen.
    • Über 74 Tage und 3.500 Zyklen ohne wesentlichen Leistungsverlust.
    • Übertragbarkeit auf andere Anwendungen wie Brennstoffzellen denkbar.

    Aktuelle Einsatzgebiete und Chancen für die Zukunft
    Zink-Luft-Batterien haben schon heute wichtige Anwendungen, darunter:

    • Hörgeräte: Dank der hohen Energiedichte und konstanten Spannung sind sie perfekt für die Stromversorgung kleiner, energiehungriger medizinischer Geräte.
    • Medizinische Implantate: Herzschrittmacher und Cochlea-Implantate profitieren von der Langlebigkeit und Biokompatibilität.
    • Kleine Elektronik: Uhren und andere niederleistungsfähige Geräte nutzen Zink-Luft-Technologie wegen der Energieeffizienz.

    Entwicklungen zielen darauf ab, Zink-Luft-Batterien als wiederaufladbare Akus für Elektromobilität und stationäre Energiespeicher nutzbar zu machen. Technische Herausforderungen wie Korrosion, Elektrolytverdampfung und begrenzte Zyklenzahl müssen dafür noch überwunden werden. Doch die neue Katalysatortechnologie könnte hier einen entscheidenden Schritt voranbringen.

    Vor- und Nachteile sowie Ausblick

    Vor- und Nachteile der Zink-Luft-Batterien im Überblick

    • Rohstoff Zink ist ungiftig, preiswert und gut recycelbar.
    • Hohe Energiedichte und umweltfreundlicher Betrieb.
    • Noch technische Herausforderungen wie Korrosionsschutz, Zyklenzahl und Elektrolytmanagement.

    Fazit: Ein Schritt in Richtung nachhaltige Energiespeicherung
    Die Entwicklung des neuartigen Eisen-Kobalt-Katalysators für Zink-Luft-Batterien markiert einen bedeutenden Fortschritt für die Energietechnik. Die Kombination aus hoher Leistung, hoher Energiedichte und außergewöhnlicher Lebensdauer eröffnet neue Möglichkeiten für nachhaltige, effiziente und kostengünstige Speicherlösungen. Für spezialisierte Anwendungen wie Hörgeräte oder Implantate zeigt die Technik unmittelbaren Mehrwert, während für größere Anwendungen wie Elektromobilität oder stationäre Speicher weitere Forschung nötig ist.
    Im Kontext unserer nachhaltigen Gebäudetechnik und Energieeffizienz ist die Verbesserung von Energiespeichern essenziell – denn intelligente und umweltfreundliche Speicherlösungen sind die Schlüssel, um erneuerbare Energien optimal zu nutzen und Gebäudetechnik klimafreundlich zu gestalten.
    Wir beobachten mit großem Interesse die weitere Entwicklung solcher innovativen Technologien, die das Potenzial haben, sowohl Vielfalt als auch Nachhaltigkeit in der Energiebranche voranzutreiben.
    Wenn Sie mehr über zukunftsweisende Technologien im Bereich Energieeffizienz und nachhaltige Gebäudetechnik erfahren möchten, stehen wir Ihnen gern mit unserem Expertenwissen zur Seite.
    Quelle: https://winfuture.de/news,153801.html (WinFuture.de)
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