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Helfen Balkonkraftwerke bei einem Stromausfall?
Mehr als eine Million Balkonkraftwerke und die zentrale Frage beim Stromausfall
Mehr als eine Million Haushalte in Deutschland setzen bereits auf Balkonkraftwerke, um ihren eigenen, sauberen Solarstrom zu erzeugen und aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Doch wenn es zum Stromausfall kommt – etwa durch Unwetter oder technische Störungen – stellt sich für viele Besitzer die entscheidende Frage: Können die kleinen Solaranlagen auch dann das Haus mit Energie versorgen? Die Antwort fällt überraschend aus und hat mit gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmechanismen zu tun.

Stromausfälle in Deutschland sind selten und die Technik entscheidet
Das deutsche Stromnetz zählt zu den zuverlässigsten weltweit. Im Schnitt kommt es bei einzelnen Haushalten nur zu etwa zwölf Minuten Ausfallzeit pro Jahr – eine beeindruckend niedrige Zahl für eine moderne Industrienation. Lokale Ausfälle gibt es zwar, beispielsweise infolge von Unwettern, Bauarbeiten oder technischen Defekten, doch ein länger andauernder Komplettausfall des Netzes, ein sogenannter Blackout, ist hierzulande als sehr unwahrscheinlich einzuschätzen.
Dennoch ist die Sorge vieler Nutzer von Balkonkraftwerken nachvollziehbar: Gerade wenn die Sonne scheint und die Solarmodule eigentlich genügend Energie liefern könnten, wünscht man sich im Fall eines Ausfalls, das Balkonkraftwerk würde das Haus weiterhin versorgen. Doch die Technik sieht das anders.
- Das deutsche Stromnetz gehört zu den zuverlässigsten der Welt.
- Die durchschnittliche Ausfallzeit beträgt nur etwa 12 Minuten pro Jahr je Haushalt.
- Ein echter Blackout ist äußerst unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen.
Jedes normale Balkonkraftwerk ist mit einem sogenannten NA-Schutz ausgestattet – einem Netzwerk- und Anlagenschutz, der gesetzlich vorgeschrieben ist und das System bei Netzausfall automatisch abschaltet. Warum? Dieser Schutz sorgt dafür, dass der Wechselrichter, das Herz des Balkonkraftwerks, die Einspeisung sofort stoppt, wenn die Netzspannung wegfällt.
Der Hintergrund ist simpel und wichtig: Der Wechselrichter benötigt die Netzspannung als Referenz, um den eingespeisten Solarstrom synchron und sicher ins öffentliche Stromnetz zu speisen. Fällt das Netz aus, aktiviert der NA-Schutz binnen 0,2 Sekunden die Abschaltung, um Techniker und angeschlossene Geräte zu schützen. Würde das Balkonkraftwerk weiter einspeisen, könnte dies zu gefährlichen Spannungen im Netz führen, gerade bei Reparaturarbeiten.
Das bedeutet konkret: Ein typisches Balkonkraftwerk liefert bei einem Netzausfall keinen Strom mehr und kann somit nicht dazu beitragen, die Stromversorgung im Haushalt aufrechtzuerhalten.

Standard-Balkonkraftwerke im Ăśberblick
Um die Auswirkung genauer zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf gängige Geräte:
- Kleines Kraftwerk Duo: Zwei bifaziale Solarpanels mit je 450 Wp, dazu ein Hoymiles Wechselrichter mit 800 Watt Leistung. Komplettsystem fĂĽr Gitterbalkone mit 25 Jahren Leistungsgarantie.
- Solakon 1.000 Watt Set: Zwei bifaziale Solarpanels à 500 Wp, Growatt Neo 800 Wechselrichter, jedoch Halterungen für Gitterbalkone nur optional gegen Aufpreis erhältlich. Leistungsgarantie bis zu 30 Jahre.
- Solche Systeme sind ideal, um den Stromverbrauch im Alltag zu reduzieren und damit Stromkosten und COâ‚‚-Emissionen zu senken.
Doch wie gesagt, wegen des NA-Schutzes liefern sie bei Blackouts keinen Strom.
Batteriespeicher – so funktioniert Notstrom auch bei Balkonkraftwerken
Will man auch bei einem Stromausfall von selbst erzeugtem Solarstrom profitieren, ist ein Stromspeicher mit integrierter Notstromfunktion erforderlich. Moderne Batteriespeicher speichern tagsüber erzeugte Energie und können bei Bedarf direkt angeschlossene Geräte selbstständig versorgen – auch wenn das öffentliche Netz abgeschaltet ist.
Ein Beispiel dafür ist das Powerness Balkonkraftwerk mit Ecoflow Stream Ultra. Mit 1,92 kWh Kapazität und einer Notstromfunktion bis zu 1.200 Watt kann das System bei Ausfall das Wichtigste weiter mit Strom versorgen. Solche Lösungen verbinden ein Balkonkraftwerk mit einem intelligenten Speicher-Management und einem bidirektionalen Wechselrichter, der auch bei Netzausfall funktioniert.
- Ein gewöhnliches Balkonkraftwerk ohne Speicher bietet bei Blackouts keine Stromversorgung.
- Nur Systeme mit speziell integrierten Batteriespeichern und Notstromfunktion machen Balkonkraftwerke blackouttauglich.
- Investitionen sollten mit Blick auf Speichertechnologie und Sicherheitsvorkehrungen geplant werden.
Fazit: Balkonkraftwerke sind eine hervorragende Möglichkeit, selbst sauberen Solarstrom zu erzeugen und die Stromrechnung nachhaltig zu senken. Allerdings verhindern gesetzliche Sicherheitsvorschriften den Weiterbetrieb bei einem Stromausfall. Für eine echte Notstromversorgung sind Kombinationen aus Balkonkraftwerk und passenden Batteriespeichern mit Notstromfunktionen notwendig.
Interessenten sollten sich vor dem Kauf gut beraten lassen, ob ihr Wunsch nach Autarkie bei Blackouts mit ihrem System realistisch ist. Für die meisten Haushalte bleibt die Wahrscheinlichkeit längerer Stromausfälle gering, sodass der Einsatz eines reinen Balkonkraftwerks für die alltägliche Stromkostensenkung und Klimafreundlichkeit die sinnvollere und kosteneffizientere Lösung ist.
Als Energie- und Nachhaltigkeitsexperten empfehlen wir, Investitionen in Solarenergie immer mit einem Blick auf die moderne Speichertechnologie und Sicherheitsvorkehrungen zu planen – so kann die Energieeffizienz optimal genutzt und der Schutz bei Störungen gewährleistet werden.
Bei der Umsetzung komplexerer nachhaltiger Gebäudetechnik-Lösungen stehen wir Ihnen gern mit fundierter Beratung, klaren Konzepten und zuverlässiger Begleitung zur Seite.
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Quelle: n-tv.de
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