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Steigende Eigenverbrauchsquoten bei Solarstrom: Warum der Hauptanteil nicht ins öffentliche Netz fließt
Die Energiewende schreitet voran, und Photovoltaikanlagen spielen eine immer bedeutendere Rolle bei der Stromerzeugung in Deutschland.
Doch trotz einer stetig wachsenden installierten Solarkapazität landet ein immer kleinerer Anteil des erzeugten Stroms im öffentlichen Netz. Der Grund: Der Eigenverbrauch der Betreiber nimmt rapide zu – und das aus gutem Grund.
Aktuelle Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigen, wie sich der Eigenverbrauch im vergangenen Jahrzehnt entwickelt hat und welche Faktoren diesen Trend antreiben. Auch für Unternehmen und Eigenheimbesitzer lohnt es sich, diese Entwicklung im Blick zu behalten, um die eigenen Energiepotenziale optimal zu nutzen.

Vom Randphänomen zum Mainstream: Eigenverbrauch von Photovoltaikanlagen im Aufwind
Im Jahr 2020 lag die Menge des selbst verbrauchten Solarstroms bei 3,55 Terawattstunden (TWh). Bis 2024 kletterte dieser Wert auf beeindruckende 12,28 TWh – ein Wachstum von fast 250 Prozent binnen nur vier Jahren. Gleichzeitig stieg der Anteil des Eigenverbrauchs an der gesamten Solarstromerzeugung von 13 Prozent (2023) auf 17 Prozent in 2024.
Das bedeutet: Immer mehr Solarstrom wird direkt vor Ort genutzt, anstatt über das öffentliche Netz eingespeist zu werden. Insgesamt wurden 2024 knapp 60 TWh Solarstrom ins Netz eingespeist, was zusammen mit dem Eigenverbrauch die Gesamtproduktion von über 72 TWh ausmacht.
- Hohe Strompreise: Die aktuell hohen Stromkosten machen es für Verbraucher besonders attraktiv, den selbst erzeugten Strom auszunutzen, statt teuren Netzstrom zuzukaufen.
- Falling Batteriespeicherpreise: Die Anzahl der Anlagebetreiber mit Batteriespeichern ist stark gestiegen. Während 2020 nur rund die Hälfte aller Photovoltaikanlagen einen Speicher besaßen (51 %), verfügen mittlerweile fast sechs von sieben Anlagen (86 %) über einen eigenen Batteriespeicher. Diese Speichersysteme erlauben es, Solarstrom auch dann zu nutzen, wenn die Sonne nicht scheint.
- Zunehmende Elektrifizierung: Neue Stromverbraucher wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge steigern den Bedarf vor Ort und ermöglichen so eine bessere Integration des Solarstroms.
Diese Faktoren zusammengenommen schaffen eine optimale Basis, um den Eigenverbrauch zu maximieren und somit unabhängig von den schwankenden Preisen des öffentlichen Strommarktes zu agieren.

Die Rolle von Batteriespeichern für eine dezentrale Energiezukunft
Besonders spannend ist der Trend zur Kombination von Solaranlagen mit Energiespeichern. Die starke Zunahme der Speicherquote von 51 % auf 86 % innerhalb von fünf Jahren offenbart eine klare Präferenz der Anlagenbesitzer. Batteriespeicher sind der Schlüssel, um Strom dann zu nutzen, wenn er benötigt wird – auch abends oder nachts, wenn keine Sonnenenergie erzeugt wird.
Für Unternehmen und Immobilienverwaltung bedeutet das konkret:
- Erhebliche Reduzierung der Strombezugskosten
- Höhere Unabhängigkeit von externen Versorgern
- Verbesserte Effizienz durch intelligente Steuerung von Verbrauchern und Speicherladung
Darüber hinaus entlastet der steigende Eigenverbrauch das Stromnetz, weil weniger einspeisbarer Solarstrom konventionelle Kraftwerke ersetzt und Netzengpässe umgangen werden.
Chancen für Unternehmen und Gebäudebetreiber durch steigenden Solar-Eigenverbrauch
Wer heute in Photovoltaik und Speicher investiert, erschließt sich nicht nur einen Weg zu mehr Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit, sondern profitiert auch wirtschaftlich. Die günstigen Batteriespeicherpreise und die kompatiblen Verbraucher wie Wärmepumpen und Elektromobilität steigern zusätzlich die Attraktivität.
Folgende Vorteile ergeben sich konkret:
- Kosteneinsparungen: Eigenverbrauch vermeidet teuren Netzstrombezug bei hohen Strompreisen.
- Erhöhte Versorgungssicherheit: Dezentrale Stromerzeugung und -nutzung vermindert Ausfallrisiken.
- Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit: Weniger CO₂-Emissionen durch geringeren Netzstrombezug, oft aus fossilen Quellen.
- Langfristige Wertsteigerung von Immobilien: Effiziente Energiekonzepte steigern die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit von Gebäuden.
Für Unternehmen, die ihre Energieeffizienz verbessern wollen, empfiehlt es sich daher, bestehende Photovoltaikanlagen zu prüfen und gegebenenfalls durch Speicher und intelligente Steuerungen aufzurüsten. Auch Neuinstallationen sollten vom eigenverbrauchsoptimierten Anlagenkonzept ausgehen.
Das Netzwerk und die Energiewelt verändern sich – Integration und Optimierung sind entscheidend
Der wachsende Trend zu Eigenverbrauch stellt Energielieferanten und Netzbetreiber sowie Immobilienbetreiber vor neue Herausforderungen und Chancen:
- Netze werden entlastet: Lokale, dezentrale Stromnutzung reduziert Spitzenlasten und Netzengpässe.
- Erhöhte Flexibilität: Kombinierte Nutzung von PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Mobilität erlaubt Lastverschiebungen und intelligente Energieplanung.
- Neue Geschäftsmodelle: Digitale Plattformen für Verbrauchs- und Erzeugungsmonitoring, Förderprogramme und Steuerungsdienste gewinnen an Relevanz.
Unternehmen, Immobilienverwaltungen und Anlagenbetreiber sollten sich deshalb heute schon mit den neuesten Entwicklungen, Fördermöglichkeiten und innovativen Technologien beschäftigen, um langfristig wettbewerbsfähig und klimagerecht am Energiemarkt teilzunehmen.
Fazit: Eigenverbrauch als Hebel für Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit
Die Zahlen des Fraunhofer ISE bestätigen den rasanten Anstieg des Eigenverbrauchs bei Photovoltaikanlagen in Deutschland. Diese Entwicklung zeigt klar, dass Betreiber künftig immer mehr Wert darauf legen, Solarstrom vor Ort zu nutzen, statt ihn vollständig einzuspeisen – nicht zuletzt aufgrund der stetig steigenden Strompreise und sinkender Speicherpreise.
Für Unternehmen und Gebäudebetreiber bedeutet dieser Trend große Chancen, ihre Energiekosten nachhaltig zu senken, die Klimabilanz zu verbessern und ihre Gebäude zukunftssicher zu gestalten. Ein intelligenter Einsatz von Solaranlagen in Kombination mit Batteriespeichern und steuerbaren Verbrauchern ist ein zentraler Baustein einer modernen und resilienten Energieversorgung.
Wir bei Lewero unterstützen Unternehmen und Immobilienverwalter dabei, passende Energiestrategien zu entwickeln, die nicht nur Einsparungen ermöglichen, sondern auch die komplexen Prozesse rund um Energieversorgung und Eigenverbrauch transparent und effizient managen. Fragen Sie gerne unsere Experten für eine individuelle Beratung.
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Quelle: https://www.heise.de/news/Immer-mehr-Solarstrom-verbrauchen-die-Photovoltaik-Betreiber-selbst-11105373.html (heise online)
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