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Warum zahlen Verbraucher trotz Ökostromtarif CO2-Abgaben?
Ökostromtarif: Warum fällt trotzdem eine CO2-Abgabe an?
Der Gedanke, mit einem Ökostromtarif vollständig klimafreundlich zu handeln, ist verlockend. Schließlich kommt der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind- oder Solarenergie. Doch viele Verbraucher wundern sich, warum sie trotz des Wechsels zu Ökostrom weiterhin CO2-Abgaben zahlen müssen. Diese Frage beschäftigt nicht nur Privatkunden, sondern auch Unternehmen, die ihren Energiebezug nachhaltig gestalten möchten.
Der Grund dafür liegt im komplexen Zusammenspiel von Stromerzeugung, Marktmechanismen und politischer Regulierung. Denn auch Ökostromkunden beziehen nicht isoliert reinen Grünstrom aus ihrer Steckdose. Stattdessen greift der gesamtgesellschaftliche Strommix, der verschiedene Energiequellen miteinander kombiniert.

CO2-Abgabe: Entstehung und Wirkung auf den Strompreis
Die CO2-Abgabe, oft auch als Steuer oder Preis bezeichnet, wurde 2021 eingeführt und soll den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase sichtbar machen und verteuern. Besonders gilt das für fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas, deren Nutzung die Erderwärmung vorantreibt. Die Abgabe erhöht sich jährlich und wird ab 2027 auf Ebene der Europäischen Union harmonisiert. Dabei ist zu beachten, dass die genaue Umsetzung und Auswirkungen dieser Harmonisierung noch im Detail geregelt werden müssen.
Diese CO2-Abgabe ist jedoch nicht direkt auf den einzelnen Stromtarif bezogen, sondern Teil der Strombeschaffungskosten an der Börse: Energieversorger zahlen diese Abgabe für den verbrieften Ausstoß von CO2, den ihre Stromerzeugung verursacht. Diese Kosten werden in den Strompreis weitergegeben – und somit letztlich an alle Endkunden, auch an die mit grünem Strom.
- Die CO2-Abgabe verteuert fossile Energien, macht erneuerbare Energien im Verhältnis günstiger.
- Die Kosten fließen in den generellen Strompreis ein – unabhängig vom gewählten Tarif.
- Ökostromtarife sind nicht automatisch von der Umlage befreit.
Eine wichtige Erkenntnis für Verbraucher und Unternehmen ist, dass kein separater Stromnetzanschluss ausschließlich für Ökostrom existiert. Alle Stromkunden erhalten vom Netzbetreiber den Strommix, der sich jährlich nach der Erzeugungsstruktur in Deutschland richtet.
Aktueller Anteil erneuerbarer Energien: Für das Jahr 2025 wird ein Anteil von etwa 60 % erwartet, vor allem Solar- und Windenergie.
Restlicher Anteil: Etwa 40 % werden weiterhin aus fossilen Quellen wie Kohle und Erdgas erzeugt.
Auswirkung auf Verbraucher: Jeder Kunde erhält anteilig Strom aus allen Quellen – unabhängig vom gewählten Tarif.
Das bedeutet, dass Verbraucher trotz eines Ökostromtarifs auch einen Anteil von fossilem Strom verbrauchen und somit indirekt für CO2-kosten mitbezahlen müssen.

Preismechanismus und Vorteile von Ökostromtarifen
Die CO2-Abgabe ist in den Strompreis eingepreist, insbesondere bei fossilen Kraftwerken, die ihre höheren Kosten an die Stromhandelsplätze weitergeben. Die Börsenpreise reflektieren damit den CO2-Preis, wodurch Strom aus erneuerbaren Energien im Vergleich günstiger wird.
Folglich gilt: Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix, desto günstiger und klimafreundlicher wird der Strom. Sobald die Nachfrage den grünen Strom übersteigt, wird fossiler Strom zugekauft – mit entsprechender CO2-Abgabe. Diese Kosten verteilt sich über den gesamten Strompreis hinweg.
- Ökostromkunden unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien.
- Langfristig sinken Preise und CO2-Kosten durch mehr grüne Energie im Netz.
- Klimaschutz und nationale Ziele werden durch Ökostrom vorangetrieben.
Wer auf Ökostrom setzt, fördert mit seinem Wechsel den Ausbau erneuerbarer Energien, denn die Erlöse fließen in entsprechende Projekte und Anlagen. Dies hat zwei zentrale Vorteile:
Langfristige Preissenkung: Durch steigende Kapazitäten grüner Energien wird der Anteil fossilen Stroms geringer, was sich positiv auf die CO2-Abgaben und somit den Strompreis auswirkt.
Klimaschutz: Jeder Ökostromkunde treibt die Energiewende an, was wesentlich ist, um die nationalen Klimaziele wie 80 % erneuerbare Energien bis 2030 und den vollständigen Umstieg bis 2035 zu erreichen.
Ein Wechsel zu einem zertifizierten Ökostromtarif ist daher ein aktives Zeichen für Nachhaltigkeit – auch wenn die CO2-Abgabe aktuell noch nicht ganz entfällt.
Worauf achten & Blick in die Zukunft: Zertifikate und CO2-freier Strommarkt
Viele Anbieter werben mit grünem Strom, aber nicht jeder Ökostromtarif unterstützt gezielt den deutschen Stromausbau. Wichtig ist:
- Herkunftsnachweise: Manche Tarife beziehen Ökostrom aus dem Ausland und fördern dort den Ausbau, helfen aber dem deutschen Energiesystem nicht direkt.
- Zertifizierte Ökostrom-Labels: Diese garantieren grünen Strom aus Deutschland und verpflichten Anbieter, in neue Anlagen vor Ort zu investieren.
- Bekannte Zertifizierungsstellen: Dazu zählen das Grüner-Strom-Label, ok-power, Renewables Plus sowie TÜV-Zertifikate (Nord, Süd, Rheinland).
Vertrauenswürdige Anbieter mit solchen Zertifikaten setzen Ihre Beiträge gezielt für klimafreundliche Projekte in Deutschland ein. Beispiele sind Naturstrom, Polarstern, MANN Strom, Fair Trade Power, Elektrizitätswerke Schönau (EWS), Bürgerwerke oder Green Planet Energy.
Die Bundesregierung plant, bis 2035 den Strommarkt komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Dann entfällt der CO2-Preis auf Strom, da keine fossilen Brennstoffe mehr eingesetzt werden. Schrittweise Maßnahmen und steigende Investitionen in den Ausbau neuer Solar- und Windkraftanlagen treiben dieses Ziel voran.
Bis dahin profitieren Verbraucher von Förderprogrammen und können durch bewusste Tarifentscheidungen aktiv zur Energiewende beitragen – sowohl ökologisch als auch ökonomisch.
Fazit: Transparenz ist der Schlüssel zur richtigen Entscheidung
Der CO2-Preis auf Strom gilt aktuell für alle Verbraucher, auch bei Ökostromtarifen, weil der Strommix den gesamten Energiemarkt widerspiegelt. Aber: Der persönliche Beitrag zum Ausbau von Ökostrom lohnt sich langfristig für Klima, Umwelt und Geldbeutel.
Unser Tipp: Achten Sie bei der Wahl Ihres Ökostromtarifs auf deutsche Herkunft und Zertifizierungen, um sicherzugehen, dass Ihr Geld wirklich in den Ausbau erneuerbarer Energien fließt. So leisten Sie aktiv einen Beitrag zur Energiewende – und können die CO2-Abgabe in Zukunft reduzieren helfen.
Mit professioneller Beratung und Begleitung, wie sie beispielsweise die Lewero GmbH im Bereich Energieversorgung bietet, können Unternehmen den Strombezug transparent, nachhaltig und wirtschaftlich gestalten. Nutzen Sie die Chance, von fundiertem Fachwissen und passenden Lösungen zu profitieren, um Ihre Energieeffizienz und Klimabilanz zu optimieren.
Jetzt ist die Zeit, den Strommix aktiv mitzugest gestalten und Kosten langfristig zu reduzieren!
Quelle: (FOCUS online)
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