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Roman Siegenbruk

Geschäftsführer, Lewero GmbH

Inhaltsübersicht

    Strompreisentwicklung und die Rolle neuer Gaskraftwerke

    Die anhaltend hohen Strompreise als Herausforderung

    Die anhaltend hohen Strompreise sind für viele Unternehmen und Verbraucher eine große Herausforderung. Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, bis 2030 bis zu 20 Gigawatt neue Gaskraftwerke in Deutschland zu errichten. Diese sollen vor allem in Zeiten der sogenannten Dunkelflauten einspringen, also dann, wenn Sonne und Wind als Hauptquellen Erneuerbarer Energien nicht ausreichend Strom liefern. Doch die Pläne sorgen zunehmend für Kritik, weil neue Gaskraftwerke das Problem steigender Energiepreise eher verschärfen könnten, statt es zu lösen.

    Die Bundesregierung sieht im Koalitionsvertrag die Ausschreibung von 17 bis 21 GW Gaskraftwerksleistung vor. Während die Bundesnetzagentur diesen Bedarf bestätigt, halten andere Studien, darunter Ansätze aus der Klimaforschung, einen deutlich höheren Bedarf von bis zu 100 GW für möglich. Diese unterschiedliche Einschätzung zeigt, wie unsicher die Planung für die zukünftige Energieversorgung aktuell ist und wie kontrovers das Thema diskutiert wird.

    Illustration zu Strompreisentwicklung und Gaskraftwerken

    Kosten und Wirtschaftlichkeit neuer Gaskraftwerke

    Fachleute warnen vor den hohen Betriebskosten der Gaskraftwerke. So rechnet Prof. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin vor, dass die Brennstoffkosten bei Gaspreisen von ungefähr 35 Euro pro Megawattstunde und einem Wirkungsgrad von rund 50 Prozent etwa 7 Cent pro Kilowattstunde betragen. Hinzu kommen Personal- und Wartungskosten, die schnell zu Gesamtkosten von über 15 Cent pro Kilowattstunde führen.

    • Erneuerbare Energien wie Wind und Photovoltaik erzeugen Strom oft schon für 4 bis 9 Cent pro kWh.
    • Gaskraftwerke gehören zu den kostspieligsten Lösungen.
    • Börsenstrompreise lagen bisher häufig unter den Kosten neuer Gaskraftwerke.

    Obendrein sind die Marktpreise für Strom volatil und im Trend steigend: Die Großhandelspreise sind im ersten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahr um 65 Prozent auf durchschnittlich 111,94 Euro pro Megawattstunde gestiegen – Spitzenwerte von über 583 Euro sind nicht selten. Angesichts dieser Situation befürchten Experten, dass die hohen Kosten fossiler Kraftwerke und die steigenden Marktpreise zusammen zu einem erheblichen Preisdruck für Verbraucher und Wirtschaft führen können.

    Grafik zu Kosten und Wirtschaftlichkeit neuer Gaskraftwerke

    Politische Kontroversen und alternative Konzepte

    Innerhalb der Bundesregierung herrscht Uneinigkeit darüber, wie die Energieversorgung langfristig sicher und gleichzeitig bezahlbar gestaltet werden kann. Während bestimmte Politiker auf den schnellen Bau neuer Gaskraftwerke setzen und dabei zusätzliche Auflagen wie die verpflichtende Wasserstoffumrüstung vorerst außen vor lassen möchten, mahnen andere Stimmen vor einer zu starken Abhängigkeit von fossilen Technologien.

    • Scheer (SPD) fordert, den Schwerpunkt auf Speichertechnologien und Bioenergie zu legen.
    • Diskussion über die direkte Investition in Speicher, Lastmanagement und Wasserstofftechnologien.
    • Geplante Wasserstoffnetze sollen die Versorgung künftig ohne neue fossile Anlagen sicherstellen.

    Für die Wirtschaftlichkeit der geplanten neuen Gaskraftwerke sprechen die steigenden Kosten, insbesondere für Brennstoff und CO₂-Emissionen, eine klare Sprache. Flüssigerdgas (LNG) ist dauerhaft teurer als Pipelinegas, und der CO₂-Preis wird von derzeit rund 70 Euro pro Tonne auf bis zu 200 Euro ansteigen. Zusätzliche Ausgaben entstehen durch erforderliche Netzstabilisierungen und Redispatch-Maßnahmen, die bereits jetzt Milliardenkosten verursachen.

    Vor diesem Hintergrund warnt Prof. Quaschning: Die Gaskraftwerke hätten kaum noch Chancen, sich unter den aktuellen Marktpreisen zu amortisieren. Die Investitionen könnten am Ende deutlich höher sein als Nutzen oder Ersparnis, was das Risiko für ein finanzielles Desaster birgt.

    Strategische Empfehlungen für Unternehmen und Fazit

    Für Unternehmen und kommunale Versorger, die vor dieser Entwicklung stehen, empfiehlt sich ein sorgfältiges Abwägen der Investitionsentscheidungen und der geplanten Energiebeschaffungsstrategie. Statt frühzeitig auf fossile Zwischentechnologien zu setzen, kann der Fokus sinnvoll auf:

    • Erneuerbare Energien mit einem gezielten Ausbau von Photovoltaik und Windkraft
    • Energiemanagement-Systeme mit integrierten Batteriespeichern und Lastmanagement
    • Technologien für Wasserstoffnutzung und die Nutzung bestehender Gasinfrastruktur für grüne Gase
    • Optimierung des Energieeinkaufs mit flexiblen Modellen, die Preisrisiken minimieren

    gesetzt werden, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten und dabei Kosten- und Klimarisiken zu minimieren.

    Angesichts der steigenden Komplexität im Energiemarkt benötigen Unternehmen professionelle Begleitung, um langfristig wirtschaftlich und nachhaltig aufgestellt zu sein. Die Lewero GmbH unterstützt gewerbliche Kunden und Kommunen bei der transparenten Beschaffung von Energie, der Auswahl passender Verträge und der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen. Mit fundiertem Know-how, digitaler Plattform und persönlicher Beratung sorgen wir dafür, dass Sie den Überblick behalten und keine finanziellen Stolpersteine entstehen.

    Nutzen Sie die Chancen intelligenter Einkaufskonzepte und nachhaltiger Technologien. So bleibt die Energieversorgung bezahlbar und zukunftssicher – auch ohne Abhängigkeit von teuren fossilen Zwischentechnologien.

    Die Pläne für den Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland stehen unter großer Kritik, nicht zuletzt wegen der erheblichen Kosten für Betrieb und CO₂-Emissionen, die sich im Strompreis niederschlagen können. Die Unsicherheiten bezüglich des tatsächlichen Kapazitätsbedarfs und der wirtschaftlichen Amortisation lassen Zweifel entstehen, ob dieser Weg verantwortlich und sinnvoll ist. Stattdessen rücken Speichertechnologien, innovative Laststeuerung und der Ausbau von Wasserstoffnetzen stärker in den Fokus.

    Für Unternehmen ist es entscheidend, diese Entwicklungen aktiv zu verfolgen und ihre Energieversorgung strategisch auszurichten. Mit kompetenter Unterstützung wie durch Lewero profitieren Sie von Transparenz, Planungssicherheit und nachhaltigen Einsparpotenzialen.

    Quelle: https://www.focus.de/finanzen/news/finanzielles-desaster-droht-kritik-an-reiches-milliardenschwerem-gaskraft-plan_f74f320c-f8d7-469c-bb2d-49d5accfb08a.html
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