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Roman Siegenbruk

Geschäftsführer, Lewero GmbH

Inhaltsübersicht

    Live-Daten von Ladestationen: Mit dem DATEX-II-Datenprofil zu mehr Transparenz

    Transparenz durch gesetzliche Vorgaben: Die Rolle des DATEX-II-Datenprofils

    Die Elektromobilität wächst rasant, und mit ihr steigen die Anforderungen an eine intelligente und nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur. Seit dem 14. April 2025 sind Betreiber von öffentlich zugänglichen Ladepunkten in Deutschland dazu verpflichtet, relevante Daten ihrer Ladestationen kostenfrei und diskriminierungsfrei bereitzustellen. Grundlage dafür bildet das neue DATEX-II-Datenprofil, das vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) in der Mobilithek veröffentlicht wurde und ab dem 14. April 2026 verpflichtend ist.
    Dieses Datenprofil sorgt für eine standardisierte und einheitliche Erfassung sowie Übermittlung von Ladestationsdaten nach Vorgaben der europäischen Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR). Damit erhalten Nutzer, Betreiber und Dienstleister einfacheren und direkteren Zugriff auf Informationen wie Ladepunktstandorte, Belegungsstatus oder Preisdetails – ein wichtiger Schritt für praktische Anwendungen und Planungssicherheit.

    Symbolbild zum Thema Ladestationsdaten und Digitalisierung

    Was regelt die AFIR und welche Daten sind betroffen?

    Die Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) ist die europäische Gesetzgebung, die das nötige Fundament für den Ausbau der Ladeinfrastruktur schafft. Sie legt neben technischen Anforderungen auch verbindliche Regeln für Zahlungsmöglichkeiten und Datenbereitstellung an öffentlichen Ladepunkten fest.
    Artikel 20 der AFIR definiert klar, welche Daten die Betreiber erfassen und veröffentlichen müssen. Dabei wird zwischen zwei Datentypen unterschieden:

    • Statische Daten: Informationen, die sich selten ändern, etwa geografische Lage der Ladepunkte, Anzahl und Typ der Anschlüsse, Betriebszeiten und Kompatibilität.
    • Dynamische Daten: Aktuelle Informationen wie Ladepunktverfügbarkeit, Belegung, Betriebszustand oder auch Preise für Ad-hoc-Zahlungen.
    • Gerade die dynamischen Daten müssen innerhalb sehr kurzer Zeiträume aktualisiert werden – z.B. Preise dürfen sich nicht beliebig schnell ändern, und Veränderungen bei der Verfügbarkeit sind in Echtzeit zu übertragen. Dies schafft eine belastbare Basis für transparente Preisvergleiche und intelligentes Lademanagement.

    Um diese Anforderungen möglichst einfach und technologisch einheitlich umzusetzen, stellt die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur das DATEX-II-Datenprofil in Version 01-00-00 bereit. Dieses offene Format unterstützt Ladeinfrastrukturbetreiber (CPOs), relevante Informationen strukturiert und nachvollziehbar zu erfassen und an zentrale Aggregatoren zu senden.
    Der Vorteil eines solchen standardisierten Datenmodells liegt in der Verbesserung der Interoperabilität: Unterschiedliche Systeme, Softwarelösungen oder Mobilitäts-Apps können auf dieselben einheitlichen Datensätze zugreifen, ohne individuelle Schnittstellen programmieren zu müssen. Betreiber profitieren von einem klaren Rahmen, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, und Nutzer erhalten in Apps und Portalen verlässliche Echtzeitdaten – von der nächsten freien Ladesäule bis zum aktuellen Tarif.

    Visualisierung von DATEX-II-Datenübertragung zwischen Ladepunkten und Mobilithek

    Der nationale Zugangspunkt – Mobilithek als zentrale Plattform

    Die AFIR verlangt von jedem EU-Mitgliedsstaat die Einrichtung eines nationalen Zugangspunkts, der den kostenfreien Zugriff auf die von Ladepunktbetreibern gemeldeten Daten sicherstellt. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe die Mobilithek des Bundesministeriums für Verkehr.
    In der Mobilithek sind sowohl die DATEX-II-Datenmodelle als auch Hilfsdokumente verfügbar, die ausführlich erläutern, wie Betreiber ihre Daten gemäß den AFIR-Anforderungen übertragen können. Zudem werden dort Schnittstellen (APIs) angeboten, über die beispielsweise App-Entwickler, Stadtwerke oder Flottenmanager die Live-Daten abrufen können.

    • Mit dem Angebot eines GitHub-Repositories für das DATEX-II-Datenprofil erleichtert die Nationale Leitstelle die technische Implementierung und fördert zugleich Innovation im Bereich der Ladeinfrastruktur-Softwareentwicklung.
    • Transparenz und Verfügbarkeit von Echtzeitdaten über Ladestationen sorgen für viele Vorteile, insbesondere für Betreiber größerer Fuhrparks, Immobilienverwaltungen, Kommunen und Dienstleister im Bereich Elektromobilität:
    • Einfache Integration: Unternehmen können die Verfügbarkeit und Preise verschiedener Ladepunkte automatisiert in eigene Systeme oder Flottenmanagementsoftware einbinden.

    Erhöhte Nutzerfreundlichkeit: Fahrer von Elektrofahrzeugen werden schneller zur nächsten freien Ladesäule mit günstigem Tarif geleitet, Wartezeiten und Umwege werden minimiert.
    Nachhaltige und effiziente Infrastrukturplanung: Betreiber erkennen Auslastungsmuster und können durch datengetriebenes Management Ladeinfrastruktur gezielt ausbauen oder optimieren.
    Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen: Die gesetzliche Datenbereitstellungspflicht wird transparent und sicher umgesetzt, sodass Bußgelder oder Nachforderungen vermieden werden.
    Insbesondere im Bereich der Wirtschaft, etwa bei Logistikunternehmen oder großen Firmen mit eigener Ladeinfrastruktur, ist die standardisierte Datenverfügbarkeit ein wichtiger Baustein für den erfolgreichen Umstieg auf Elektromobilität.

    Ausblick, Zusammenfassung und Handlungsempfehlung

    Ab dem 14. April 2026 wird das DATEX-II-Profil für alle Betreiber von Ladestationen in Deutschland verbindlich. Dies bedeutet, dass alle relevanten Live-Daten im vorgegebenen Format bereitgestellt werden müssen. Bis dahin finden Betreiber und Softwareentwickler in der Mobilithek ausreichend Dokumentation und Werkzeuge, um sich auf die Umstellung vorzubereiten.
    Langfristig ist auch ein EU-weiter Zugangspunkt geplant, der alle Daten aus den Mitgliedstaaten bündelt und somit europaweite Ladeinfrastruktur-Übersichten und grenzüberschreitende Services ermöglicht. Diese Entwicklung wird die Nutzerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit der Elektromobilität weiter erheblich steigern.

    • Die Einführung des DATEX-II-Datenprofils ist ein wichtiger Schritt, um die Ladeinfrastruktur in Deutschland auf ein neues Level der Transparenz und Effizienz zu heben.
    • Für Unternehmen, Kommunen und Betreiber heißt das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich mit den technischen und organisatorischen Anforderungen vertraut zu machen.
    • Lewero begleitet Sie gerne dabei, Ihre eigene Ladeinfrastruktur fit für die Zukunft zu machen – mit maßgeschneiderten Konzepten, digitaler Expertise und einem klaren Fokus auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

    Betreiber von Ladeinfrastruktur sollten das DATEX-II-Datenprofil sowie die zugehörigen Dokumente in der BMV-Mobilithek genau prüfen und erforderliche Anpassungen in ihren Systemen frühzeitig planen. Ebenso empfehlen wir Einkäufern und Flottenmanagern, die Verfügbarkeit dieser Live-Daten zur Optimierung Ihres Lade- und Energieeinsatzes zu nutzen und sich ggf. mit Dienstleistungsanbietern zusammenzuschließen, die kompetente Unterstützung bieten.
    So sichern Sie nicht nur die Rechtskonformität, sondern nutzen Daten als wertvolle Entscheidungsgrundlage für wirtschaftliche und nachhaltige Elektromobilität.
    Quelle: electrive.net – Live-Daten von Ladestationen: BMV stellt DATEX-II-Datenprofil bereit
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